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Die Felsen der Gemeinschaft

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Sr. Bernardis Weschenfelder

‚Wir lieben weiter’

Bischof Antal von Mukatschewo: ‚Unsere Schwester Bernardis, die Heilige unserer Stadt, ist gestorben.’ Eine persönliche Würdigung der Sr. M. Bernardis Weschenfelder von Michael Schneider-Flagmeyer.

Am Sonntag, dem 28.11.2010, am 1. Advent, starb nach kurzer schwerer Krankheit Sr. Maria Bernardis Weschenfelder. Hier will ich einen ersten Blick auf sie und ihr Lebenswerk werfen. Tausende von Menschen kannten sie hierzulande und hatten von ihr Hilfe erfahren.

Geboren wurde sie am 29.9.1941, am Fest des hl. Erzengels Michael, als Tochter des Maschinenbauschlossers Hermann Weschenfelder und seiner Frau Luise (Lisa) in Karlsdorf, nicht weit von Karlsruhe. Getauft wurde sie auf den Namen Erharda.

1965 trat sie als examinierte Krankenschwester und Kindergärtnerin ins Provinzialmutterhaus

der Schwestern vom göttlichen Erlöser, Kloster Maria Hilf in Bühl/Baden, ein. Die Kongregation der „Niederbronner Schwestern“ wurde im 19. Jahrhundert von der Elsässerin Elisabeth Eppinger, Mutter Alfons Maria, in Niederbronn im Elsass gegründet.

Dem Charisma und der Heiligkeit der Mutter Stifterin fühlte sich Sr. Bernardis ihr Leben lang zutiefst verbunden. So wurde das Lebensmotto von Mutter Alfons Maria auch ihr eigenes Lebensmotto: „Ich will, dass alle Menschen erfahren, wie sehr sie Gott liebt.“

Ihr Werdegang in der Kongregation führte sie nach Karlsruhe ins Herz-Jesu-Stift, wo die Schwestern eine Ambulanz, eine Nähschule und einen Kindergarten unterhielten. Dort gründete sie die erste kirchliche Sozialstation mit zehn Schwestern, die in die städtischen Stützpunkte ausgesandt wurden, und leitete sie. Später wurde sie im Herz-Jesu-Stift Oberin.

Die großen mystischen Gnaden, die ihr von Gott verliehen wurden und von denen in einer ausführlichen Lebensdarstellung noch genauer berichtet werden muss, hatte sie nicht gesucht. Sr. Bernardis war lebenslang eine nüchterne, kluge Frau, die von Mystik und den Heiligen zunächst wenig wusste.

Ihr ganzes Streben galt ihrer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus und deren Vervollkommnung, ihre Lebensmitte war die eucharistische Anbetung. Dazu richtete sie im Keller einen Gewölberaum als Krypta ein, in deren Intimität die Schwestern und Besucher in aller Stille und Ruhe vor einem zweiten Tabernakel Anbetung halten konnten.

Diese Krypta wurde zu einem Ort, an dem sich Großes ereignete, wovon noch ausführlich zu berichten sein wird. Da die Erzdiözese Freiburg jetzt die Heiligsprechung des seligen Bernhard von Baden eingeleitet hat, soll an dieser Stelle schon einmal erwähnt werden, dass hier im Herz-Jesu-Stift und in der Krypta der selige Markgraf Bernhard eine bedeutende Rolle spielte. Später einmal soll ausführlich erzählt werden, wie die Reliquien des seligen Bernhard aus der Zisterzienserinnenabtei Lichtenthal in Baden-Baden zu Sr. Bernardis nach Karlsruhe kamen.

Sr. Bernardis hatte bei der eucharistischen Anbetung eines Tages die Erkenntnis: „Der Erlöser hat die Lösung.“ Aus ihrer Arbeit in der Sozialstation kannte sie die drückenden Probleme der Menschen und wusste vor allem um ihre geistliche Not. So gestaltete sie das Herz-Jesu-Stift zu einem geistlichen Zentrum um, in dem Tausende im Laufe der Jahre wahre Hilfe fanden.

Mit ihr arbeitete Kaplan Martin Landwehr als Hausgeistlicher und Beichtvater. Eine Grundregel des Hauses war, dass niemand abgewiesen werden dürfe, weder am Tag, noch in der Nacht. Bald schon bildete sich um Sr. Bernardis ein Mitarbeiterkreis, dessen innersten Zirkel allein 50 Frauen und Männer bildeten.

Pater Martin Landwehr war der gute priesterliche Geist des Hauses. Sein „Beichtstuhl“ war immer umlagert. Viele Menschen wurden dort ihre Lebenslast los.

Das Werk weitete sich aus. Sr. Bernardis gründete einen Verein, der auf dem Gelände des Stiftes das Pater-Pio-Haus errichtete, in dem Obdachlose verköstigt wurden, in einer Kleiderkammer Wäsche und Kleidung erhielten, sich duschen und ihre Wäsche waschen konnten. Auch gab es ein Zimmer mit Eingang zum Hof, wo man für kurze Zeit einen Kranken oder eine Mutter mit Kind unterbringen konnte.

Das Werk zog weite Kreise durch ganz Deutschland bis nach Polen und Rom. Sr. Bernardis war dem Forum Deutscher Katholiken tief verbunden und nahm an den ersten Kongressen „Freude am Glauben“ mit Begeisterung teil.

Zu den bedeutenden Persönlichkeiten, die im Herz-Jesu-Stift Vorträge hielten, gehörte auch Prof. Dr. Wanda Poltawska, Vertraute und viele Jahre lang Ärztin von Papst Johannes Paul II. Sie war Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben. Sie kam mit ihrem Mann, Dr. Poltawski, einem bekannten polnischen Philosophen zu diesem Kreis.

Unter den weiteren Persönlichkeiten, die dort Vorträge hielten, waren Prof. Max Thürkauf und seine Frau Inge, Christa Meves, Gabriele Kuby und der inzwischen Verstorbene Jesuit und Untergrundbischof Paul Hnilica, um nur einige wenige zu nennen.

Besonders verbunden mit dem Stift und Sr. Bernardis war der ehemalige Generalbundesanwalt Dr. Martin, der einmal mit einem besonderen Kreuz, das ihm die Schwester geschenkt hatte,

auf einer internationalen Tagung Zeugnis ablegte.

Und dann geschah das, was – Gott sei‘s geklagt – immer wieder in der Kirche geschieht. Die invidia clericalis, der geistliche Neid, flammte auf, und Sr. Barnardis wurde verleumdet. Einmal fragte sie einen der hochwürdigen Herren, was sie ihm denn getan und was sie falsch gemacht hätte. Er erhob sich leicht von seinem Stuhl, zeigte mit dem Finger auf sie und sagte: „Ich bin neidisch auf sie, weil die Leute zu Ihnen und nicht zu mir kommen.“

Sr. Bernardis empfing in Karlsruhe täglich ca. 35 Menschen, um sie zu trösten, aufzurichten und mit ihnen vor dem eucharistischen Herrn zu beten. Es wird schwer und bitter sein, darzustellen oder wenigstens anzudeuten, wie ihr Werk systematisch zerschlagen wurde. Ganz verschwiegen werden darf es um der Kirche willen nicht.

Ihr Werk, dessen Ausmaß ich hier in diesem ersten Blick nur kurz andeuten konnte, wurde von Männern und Frauen der Kirche zerstört. Sr. Bernardis musste Karlsruhe verlassen. Das Gespräch mit den Menschen wurde ihr verboten. Hier wurde das ganze Ausmaß der Krise der Kirche bei uns sichtbar.

Sr. Bernardis erkrankte schwer. Viele Menschen standen ihr zur Seite, vor allem aber ihre Geschwister, von denen ihr die älteste Schwester Maria, besonders verbunden war.

Ich wandte mich an einen der uns bekannten Kurienkardinäle in Rom und legte ihm in einem langen Telefongespräch die Situation dar. Er versprach auch seine Vermittlung bei der Ordenskongregation, aber Sr. Bernardis bat mich, die Intervention sofort zu beenden. Sie wollte alles im Gehorsam gegen Gott und in Treue zu ihrer Kongregation und Gemeinschaft auf sich nehmen.

Aber wenn Gott zulässt, dass eine Tür sich schließt, dann öffnet er sofort eine andere. Die enge Verbindung von Sr. Bernardis zur Gemeinschaft „Stabat Mater“ in Bad Herrenalb gab ihr eine neue Perspektive. P. Martin trat der kleinen Priestergemeinschaft von Stabat Mater bei, die im Bistum Mugatschewo in der Ukraine tätig ist. Bischof Antal prüfte das Charisma der Schwester und nahm sie sowie die Mitarbeiter, die ihr gefolgt waren, gerne auf. Pater Martin erhielt zum Aufbau zwei Gemeinden zugewiesen, in denen er wunderbar wirkt. Inzwischen sind es fünf Gemeinden.

Der Bischof vertraute Sr. Bernardis ganz. Er besuchte sie oft im benachbarten Schönborn und nahm sie auch auf Besuchsreisen mit. Schon bald hatte sich ihre Tätigkeit verdreifacht. Über 100 Menschen suchten täglich ihren Rat und ihre Hilfe. Sie konnte sie nur noch in Gruppen empfangen.

Zweimal machte Bischof Antal die weite Reise nach Oberbronn im Elsass, um von der Generalleitung zu erbitten, ihm Sr. Bernardis zu lassen. Als er sein Ziel nach der 2. Reise erreicht hatte, erkrankte die körperlich völlig erschöpfte Sr. Bernardis an der schwersten Form der Leukämie.

Sie kam nach München ins Krankenhaus und man bot ihr eine sehr agressive Chemotherapie an. Wohl wissend, dass sie diese nicht überleben würde, lehnte sie ab und überließ sich ganz ihrem himmlischen Bräutigam. Und nun begann für sie der steile und schwere Aufstieg auf den Hügel Golgotha, um dort auf dem Gipfel am Fuß des Kreuzes Christi ihr Kreuz niederzulegen.

Acht Wochen hatte sie zu kämpfen. Ihre jüngste Schwester Ulrike hatte sie zu sich ins Haus genommen und sie rührend und aufopfernd gepflegt, auch mit Hilfe ihrer ältesten Schwester Maria, deren enge Verbundenheit zu Sr. Bernardis sich jetzt besonders bewährte.

Sr. Bernardis starb einen schweren Tod, aber so heiligmäßig, wie sie gelebt hatte. Tapfer, voll Glauben und ohne zu klagen, trug sie ihr Kreuz den Berg hinauf. Als die Schmerzen fast unerträglich wurden, wollte der Arzt das Morphinpflaster verstärken, aber sie lehnte ab. Sie wollte wachen Sinnes, hoffnungsfroh und voll von tiefem Glauben erfüllt ihrem ankommenden Herrn entgegengehen.

Am ersten Adventssonntag, es war Pater Martins Geburtstag, hatte sie nach der an ihrem Sterbebett gehaltenen Messe gegen 11 Uhr den ihr entgegenkommenden Herrn erreicht. Sie starb in seiner eucharistischen Gegenwart, um von ihm zu hören: „Tritt ein, du Gesegnete meines Vaters! Dir ist das Reich von Anfang an bereitet.“

Pater Martin rief Bischof Antal in Mugatschewo an, um ihm den Heimgang von Sr. Bernardis mitzuteilen. Der Bischof ging in die Kathedrale, um selbst das Glockengeläut in Gang zu setzen. Er befestigte ein Foto von Sr. Bernardis am Portal und sagte den herbeieilenden Menschen: „Unsere Schwester Bernardis, die Heilige unserer Stadt, ist gestorben.“

Er hielt sogleich ein Dankamt in der vollbesetzten Kathedrale. Die Menschen dort brachten auf der Heckscheibe ihrer Autos ein Bild von Sr. Bernardis an. Arme, aber glückliche Ukraine, die Gottes Gesandte noch mit Freude und Dankbarkeit empfangen!

Was ist von Sr. M. Bernardis Weschenfelder abschließend zu sagen? Ein Satz: Sie hat alles gegeben und nichts für sich zurückbehalten. Sie verabschiedete sich immer mit dem Satz: „Wir lieben weiter.“ So sei es. Ihr Vermächtnis an alle: „Ich will, dass alle Menschen erfahren, wie sehr Gott sie liebt. Der Erlöser hat die Lösung. Wir lieben weiter.“

Foto: (c) Der Fels

Artikel, erschienen bei:

Kath.net, URL: http://www.kath.net/news/29874 (26. Januar 2011, 10:31).

Michael Schneider-Flagmeyer: „Wir lieben weiter“. Eine persönliche Würdigung der Sr. M. Bernardis, in: DER FELS. Katholisches Wort in die Zeit 2(2011), 54-56. Auch Online: http://www.der-fels.de/2011/02_2011.pdf

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Sr. Anneliese Schiereck

„Nicht weinen! Beten!“

Genau das waren die letzten Worte unserer geliebten Schwester Anneliese. Sie hatte noch kurz zuvor mit letzter Kraft gebetet: „Jesus, Maria!“ Da begann unsere indische Schwester Elisabeth zu weinen. Darauf verstarb Schwester Anneliese am Silvestertag ungefähr um 15.00 Uhr zur Barmherzigkeitsstunde, am letzten Tag des Jahres 2012.

 Wie gerne würde ich jetzt hier in dieser Kapelle Euch Zeugnis geben von der Liebe und Hingabe von Sr. Anneliese – hier in dieser Kapelle, in der sie so oft gebetet hat. Oft in der Nacht, da sie immer wieder sagte, dass sie den lieben Heiland nicht alleine lassen könne. Sie opferte diese nächtlichen Anbetungen des eucharistischen Herrn für ihren tragisch verstorbenen Ehemann und als Mutter ihrer inzwischen schon lange erwachsenen Tochter und ihrem erwachsenen Sohn. Sie betete viel in meinen persönlichen Anliegen, in den Anliegen der Gemeinschaft „Stabat Mater Maria“ und den vielen meist armen und bedrängten Menschen, die immer im weit geöffneten Herzen von Schwester Anneliese einen wärmenden und trostreichen Platz fanden.

 Ich bin jetzt bei meinem Bischof Dr. Andrew Francis, der in Pakistan Opfer eines gemeinen Attentates auf sein Auto geworden ist. Er ist jetzt querschnittsgelähmt. Doch besteht Hoffnung, gewisse Körperfunktionen wieder zu aktivieren, damit er weiterhin sein Bischofsamt ausführen kann. Um ihn zu retten habe ich ihn nach Deutschland geholt. Jetzt braucht der Bischof dringend meine persönliche Hilfe und menschliche Zuwendung. So ist mein Herz zerrissen zwischen dem Martyrium des Bischofs und dem Verlust von Schwester Anneliese. Ein Verlust, den wir alle zutiefst verspüren.

 Wie kann ich jetzt nicht weinen?

Dr. Svetlana Herasimuk sagte einmal: „Anneliese könne leben ohne Schönborn, aber Schönborn nicht ohne Anneliese!“ Tag für Tag ging sie von Haus zu Haus: zu den Kranken und Bettlägerigen. Sie macht ihnen die Betten, ließ ihre Kleidung waschen, reinigte die Häuser, besorgte für den Winter Bedürftigen das Brennmaterial, sorgte sich um ärztliche Behandlung und schickte so manchen in Erholung und zur Kur nach Sinjak oder andere Kurorte. Sie ließ verfallene Häuser und Hütten der Armen wieder bewohnbar herrichten.

 Sie sah die Not der Menschen, die zumeist andere nicht bemerkten. Und weit mehr noch waren ihre beherzten Worte Ermutigung für viele bedrückte Seelen, um wieder aufzustehen und gar ein neues Leben zu beginnen. Und nicht nur in Schönborn. Auch fast in jedem Haus in Pausching, Palanka, Kroatendorf, Sinjak und auch an vielen Stellen in der großen Stadt Mukacevo war sie gewesen und hatte stets ohne große Worte ein Stück der barmherzigen Liebe Gottes gebracht.

 Ihr Leben war ein Gebet!

Geboren wurde sie am 4. November 1933 und erlebte im Bombenhagel die völlige Zerstörung ihrer Heimatstadt München während des II. Weltkrieges 1943. Leben in Notbaraken, Hunger und entbehrender Wiederaufbau waren ihre Kinder- und Jugendjahre. Als langsam Westdeutschland die Notzeit überwand, begann sie ihre berufliche Ausbildung im renommiertesten Feinkostgeschäft Münchens, bei Dallmayer. Dort lernte sie auch ihren späteren Ehemann kennen, der für den weitbekannten Kaffeebereich verantwortlich wirkte. Später arbeitete sie im Sekretariat der Universität München. Dem Ehepaar wurden zwei Kinder geschenkt – ein Mädchen, ein Junge. Sie erzählten, dass in ihrer Jugend das elterliche Haus weithin in Bettlerkreisen bekannt war und sogar von ihnen markiert wurde, weil diese Armen wussten, dass sie an der Haustüre dieser Frau Anneliese immer etwas zu bekommen hatten.

Die Kinder waren schon selbstständig als der Vater durch ein traumatisches Ereignis starb. Es war ein großer Schmerz für Anneliese, den sie bis in den letzten Tagen ihres Lebens vor Gott brachte. Nun war Anneliese alleine.

Im Mai 1996 organisierte unser Haus in Bad Herrenalb anlässlich meiner Priesterweihe eine Dankeswallfahrt nach Krakau, an den Ort, wo der Barmherzige Heiland sich der Schwester Faustina offenbarte. Wir waren damals Gründungsmitglieder der Bewegung der Göttlichen Barmherzigkeit in Krakau unter der Führung des Kardinals von Krakau und Papst Johannes Paul II.

Mit zwei Freundinnen meldete sich Anneliese zu dieser Buswallfahrt an. Die Mission für die Ukraine war in meinem Herzen sehr lebendig, sodass ich viel davon erzählte. Und das Erlebnis der Gnade durch das Leben von Sr. Faustina bewegte sehr intensiv, sodass Anneliese spontan sagte, dass sie mit mir in die Ukraine kommen wolle. Ich wiegelte zunächst ab, weil ich wusste in welchen bedürftigen Verhältnissen wir damals in Schönborn lebten (WC im Garten, kein richtiges Bad, schlechtes Wasser, Kälte usw.) Wird das eine deutsche 63-jährige Pensionärin ertragen? Ich sagte, dass sie zuerst einmal nach Medjugorje fahren solle, damit sie meine tiefen Beweggründe zu unserer Mission in der Ukraine besser verstehe. Und sie pilgerte mit ihren Freundinnen bald darauf nach Medjugorje. Tief berührt kehrte sie zurück und wollte nun unbedingt zu mir in die Ukraine kommen. Sie lebte damals in einer wunderschönen Penthouse-Wohnung in Unterhaching bei München. Ich riet ihr immer noch ab, diese schöne Wohnung zu verlassen. Aber sie war fest entschlossen, die Jahre, die ihr noch blieben ganz Jesus und Maria zu schenken und bei mir zu sein.

Anfang 1997 hatte sie ihre Wohnung aufgelöst und kam mit ihrem alten Auto nach Chop. Ich wollte sie über die Grenze holen, aber schon war sie ohne fremde Hilfe durch diese Grenze gefahren und wartete auf mich. Ich war sehr erstaunt, da doch alle diese Grenze sehr fürchteten.

In Schönborn war ich gerade dabei unser Zentrum aufzubauen. Es war eine lange Zeit nur Baustelle. Ich wollte sie in die Computer-Arbeit einführen, um mich in den vielen Briefen zu entlasten. Aber es wollte ihr nicht gelingen den Computer zu verstehen. Sie meinte, sie ist gekommen, für die Armen zu wirken. Ihr großes Vorbild war Mutter Teresa von Calcutta, die alles aufgab um den Ärmsten der Armen die Liebe Gottes erfahren zu lassen.

 So begannen wir unser Wirken zu zweit in unserem Haus, das Stück für Stück wuchs mit diesem Innenhof, Saal und Kapelle. Viele Kinder und junge Menschen kamen zu uns. Anneliese kochte, sorgte sich um die Kinder um uns herum. Während ich in den Sommerferien mit den älteren Jugendlichen auf  Reisen und Wallfahrten war, organisierte sie Kinderspieltage und Ausflüge in die Umgebung.

 Sie wurde die Mutter aller. Sie erweiterte ihr Wirken auf das ganze Dorf Schönborn, auf alle unsere Gemeinden Pausching, Sinjak, Palanka, Kroatendorf und noch viel weiter. 

 Ihr Herz galt auch den Alten, die oft einsam und traurig zu Hause waren. Sie lud sie aus den verschiedensten Anlässen zu Festen mit Kaffee ein. Sie sangen viele alte Lieder und immer wurde gemeinsam gebetet. Kinder bereiteten kleine Szene für diese Altentreffen vor, oft ließ sie auch eine Musikband kommen und forderte die Omas und Opas zum Tschardasch-Tanz auf. Es war immer viel Freude um sie herum. Trübsinn und das Sich-hängen-lassen konnte sie nicht ertragen. Depressionen trieb sie mit ihrer aktiven Freude den Menschen aus.

 Schwester Anneliese baute kräftig mit am geistigen Haus, was um dieses Zentrum gewachsen war mit jungen und alten Menschen. So war unser Haus immer voll mit Menschen. Anneliese war die achtsame Mutter, die mit ihrer Tatkraft und mit ihrem liebenden Herzen vieles bewegte.

 Schwester Anneliese lebte nach dem Wort unseres Herrn. „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.“ (Mt 6, 33) Meine Initiative bedürftige Familien und bedrängte Menschen in unserem Seelsorgegebiet mit einer Patenschaft zwischen Familien in Österreich, der Schweiz und Deutschland zu unterstützen übernahm Schwester Anneliese mit großem Einsatz, was sie aber viel Kraft kostete. Sie sorgte sich um den lebendigen Austausch zwischen den Menschen in Westeuropa und hier im Karpatengebiet. Teilweise betreuten wir Patenschaften mit rund 500 Familien.

 Einmal begleitete eine junge Frau aus Deutschland 1999 unsere Jugendwallfahrt nach Schio und Rom. Da verspürte sie den inneren Ruf, zu uns nach Schönborn als Schwester Barbara zu kommen. Schwester Barbara wuchs unter den Flügeln von Schwester Anneliese zu einer sehr wichtigen Säule dieses geistlichen Hauses heran.

 Sosehr Schwester Anneliese auf das Leid anderer Menschen achtete, so verbarg sie ihre inneren und körperlichen Leiden. Sie wollte niemanden zur Last fallen. Sie schenkte alle ihre persönlichen Nöte dem eucharistischen Heiland und opferte ihre Schmerzen den Nöten unserer Gemeinschaft und unseren Gläubigen. In den letzten beiden Jahren wusste sie von ihrer Krebserkrankung, die sie vor allen verbarg aber sich innerlich auf das Kommen Jesu als ihren göttlichen Bräutigam vorbereitete. Ihre Seele ist geschmückt wie eine Braut. Der Herr empfing sie vereint mit der Muttergottes und dem heiligen Josef. Es war gerade die Heilige Familie, die sie immer in ihrem Herzen trug.

 „Weinet nicht!“ ruft uns Schwester Anneliese zu. Ich bin Gott unendlich dankbar für diese kostbaren 14 Jahre, die ich mit Schwester Anneliese zusammen erleben durfte. Wir alle dürfen uns heute freuen dass Schwester Anneliese vereint mit unserer lieben Schwester Bernardis am Tisch des ewigen Hochzeitsmahles unseres Erlösers und Herrn sitzt und sie für uns starke Fürsprecherinnen bei Gott sind.

 Und nochmals lasst uns die Aufforderung von Schwester Anneliese zur Lebensleitlinie werden:

„Nicht weinen! Beten!“

Artikel erschienen auf Seite der Diözese von Mukachevo,

URL: http://www.munkacs-diocese.org/de/index.php?option=com_content&view=article&id=62:pater-burkhard-zum-trauergottesdienst-von-schwester-anneliese&catid=34:news-2010&Itemid=55

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Sr. Tanja Maria Hofmann

Schwester Tanja Maria Hofmann aus Zimmern versucht, das Los der Ärmsten der Armen zu lindern.

Kürzlich hat Schwester Tanja Maria Hofmann, die aus Zimmern stammt und zur Zeit bei den Eltern in der Heimat weilt, beim Gemeindefest der katholischen Kirchengemeinde St. Konrad und beim Eintopfessen der Jungen Union eindrucksvoll über ihre vielseitigen Tätigkeitsbereiche beim Einsatz für arme Menschen in der Ukraine berichtet.

Ihre Ausführungen gingen den Zuhörern buchstäblich unter die Haut. Im Jahre 1997 trat sie im Alter von 29 Jahren in die Ordenskongregation der "Schwestern vom Göttlichen Erlöser" in Bühl/ Baden ein, wo sie einige Jahre als Ordensschwester verbrachte. Seit dem Jahre 2008 gehört sie durch ihren Einsatz in der Mission in der Ukraine der katholischen Missionsgemeinschaft "Stabat Mater Maria" im Dorf Schönborn in der Region Transkarpatien im Westen der Ukraine an.

Mitglieder der Gemeinschaft kamen vor 16 Jahren nach Schönborn und leisteten Pionierarbeit. Vor sieben Jahren entstand vor Ort ein zweites Missionshaus der Gemeinschaft, der neben Schwester Tanja Maria Pater Martin Landwehr und vier weitere Schwestern angehören. Der Priester betreue fünf katholische Kirchengemeinden ehemals deutscher Dörfer, berichtete Schwester Tanja Maria. Das Missionshaus stehe im Rahmen des Gebets- und Gesprächsdienstes stehe für die Menschen offen, die mit ihren Anliegen, Sorgen und Nöten wie Krankheit, Arbeitslosigkeit, Ängsten, Süchten, Trennungen oder Scheidung, aber auch wegen eines zu geringen Einkommens zu ihnen kämen.

Täglich stünden arme Menschen vor ihrer Haustüre, die nicht einmal das Notwendige zum Leben hätten. Meist seien es Mütter mit Kindern, die um Brot und Lebensmittel betteln, aber auch Medikamente, Kleidung und Zuschüsse für Behandlungen beim Arzt oder im Krankenhaus würden benötigt.

"Wir versorgen sie, wie wir können", sagte Hofmann. So gebe es auch Lebensmittelaktionen. Zum Beispiel würden täglich von ihnen zehn Laib Brote in ein Armendorf gegeben und in einem anderen Dorf gebe es von Zeit zu Zeit einen Sack Kartoffeln und eine Flasche Öl für jede der 60 Familien. Behinderte stünden in der Ukraine am Rande der Gesellschaft und würden kaum unterstützt. Seit über zwei Jahren finden monatliche Treffen mit Katechese, Gebet, Austausch und gemütlichem Beisammensein statt, die für diese Menschen sehr wichtig seien. So konnten die Schwestern schon einigen geistig und körperlich behinderten Kindern und Jugendlichen mit Medizin, ärztlicher Versorgung und Beihilfen für Operationen helfen.

Zu ihrem Sendungsbereich gehöre auch der Besuch mit einem Team von fünf engagierten Frauen in den Krankenhäusern der Umgebung. Die Menschen seien dort unter sehr ärmlichen Verhältnissen untergebracht. So etwas habe sie vorher noch nie gesehen. Da es keine Krankenversicherung gebe, müssten die Menschen die Medikamente und den sonstigen medizinischen Bedarf selbst bezahlen, wozu meist das Geld fehle. Die Verpflegung im Krankenhaus reiche nicht aus, so dass die Patienten eine Kochplatte im Zimmer stehen hätten, um noch etwas dazu kochen zu können. Das Team bringe kleine Stärkungen mit und im Winter auch Wolldecken.

Weiter wirke sie noch im Gesprächs- und Gebetskreis mit, besuche kranke und ältere Menschen und bringe ihnen die Krankenkommunion. Ebenso tue sie noch verschiedene Dienste im häuslichen Bereich.

Voraussichtlich Ende Januar 2013 geht Schwester Tanja Maria wieder in die Ukraine zurück, um mit neuer Kraft weiter zu helfen.

Der Artikel erschien in:

Gustav Kammerer: Zimmern. Ungeschönte Berichte erschüttern, in: Schwarzwälder-Bote, 23.12.2012. Auch Online, URL: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.zimmern-ungeschoente-berichte-erschuettern.01d9e047-67df-4d76-867b-5450ca7d6d37.html (23.12.2012 17:00 Uhr).

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